Service im Tourismus steigern

Trotzdem ständig neu ausgerufen wird, dass die statistischen Daten im deutschen Tourismusmarkt nach oben zeigen, ist falsch beraten, wer sich zurücklehnt. Zwar sind die Besucherzahlen auch nach dem Hype durch die Fußball-WM 2006 in den deutschen Tourismusregionen auch in diesem Jahr gestiegen. Allerdings fordern die Spitzenverbände weiterhin, an den inländischen Tourismusangeboten zu feilen - mit Recht.

In den Lübecker Nachrichten rechnete Architekt Tom Krause vor: Knapp 60 Milliarden Euro setzen die deutschen Urlauber jährlich im Ausland um. Umgekehrt würden ausländische Touristen nur 25 Milliarden Euro ins Land bringen. “Angesichts eines Wertschöpfungsverlustes durch rückläufige Übernachtungszahlen von 500 Millionen Euro in den letzten zehn Jahren erscheint der Titel unseres Tourismustages ,Urlaubsregion mit Patina’ allerdings schon weniger provokant”, zitierten die LN Ostholsteins Landrat Reinhard Sager.

Während an der Küste ehrgeizige Projekte wie das Luxusstrandhotel Seaside Resort Grömitz die Schieflage auffangen sollen, ist der Ansatz des Deutschen Tourismusverbands etwas anders. Nachhaltige Verbesserung im Service soll mehr und zufriedenere Kunden bringen. In dem Projekt ServiceQualität Deutschland soll möglichst flächendeckend der Servicegedanke bei allen Beteiligten Institutionen und Betrieben aufgenommen und umgesetzt werden.

Bisher sind es allerdings erst neun Bundesländer, die an der Initiative teilnehmen. Bayern, größter Tourismusmarkt Deutschlands, ist zum Beispiel nicht dabei; genauso wenig wie Hessen, Nordrhein-Westfalen Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg oder das Saarland. Das Land Baden-Württemberg hat inzwischen schon fast 2000 Service-Coaches ausgebildet, in Rheinland-Pfalz sind knapp 250 Betriebe Service-Betriebe. Zu Gast bei Freunden soll es eben auch in der Post-WM-Ära heißen.

Leave a Reply